NEUJAHRSEMPFANG KLÖNSCHNACK | Roma e Toska
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NEUJAHRSEMPFANG KLÖNSCHNACK

11. Januar 2019 | Birgit Tyszkiewicz | What’s new |  7
Neujahrsempfang Klönschnack

Einer geht noch, ein Neujahrsempfang, diesmal auf dem Süllberg in Blankenese, schick, so richtig hamburgisch oder wie es besser heißen sollte „blankenesisch“, die Herren wieder in dunkel, die Frauen apart, unauffällig und elegant. Meine mittlerweile berühmten lilanen Pumps mussten kurz in der Tasche auf ihren Aufritt warten, denn zunächst ging es für mich quer durch Hamburg mit Bus und Bahn bis der Mercedes Shuttle Service mich in das blaue Lichterspiel hoch über der Elbe brachte. Das Outfit: schwarzes Bouclé Kostüm der Eigenmarke, Yves Saint Laurent Vintage Bluse und wie üblich – Tonnen von Vintage Schmuck. Merke ich heute ein wenig am steifen Nacken.

Neujahrsempfang Kölnschnack

Es wurde voll, der Gastgeber schüttelte dem Paar vor mir ausgiebig mit Neujahrswünschen die Hände, ich wartete brav auf meinen Grußaustausch, musste dann allerdings wieder einmal feststellen, dass jemand hinter mir wichtiger schien. Durchgeschoben! Hey, hat er nicht mein Schildchen gesehen auf der Jacke: „Gräfin“! Wenn das so weiter geht mit meiner Unwichtigkeit, stelle ich mich gleich noch mal hinten in der Schlage zum Neujahrsgrüßen an. Üben. Üben. Üben.

Neujahrsempfang Kölnschnack

Aber genug der Selbstbefragung, das Wichtigste waren die drei Redner: Robert Habeck, Bundesvorsitzender der Grünen, Sigmar Gabriel, Ex-Außenminister, Ex-stellvertretender Kanzler, Ex-Parteivorsitzender der SPD, und Annegret Kramp-Karrenbauer, frisch gewählte Vorsitzende der CDU, alle drei Schwergewichte der Politik und begnadete Vortragende. Es wurde philosophisch, nachdenklich, amüsant, pointiert mit dem Wunsch nach Vorausschau, am besten verhalten optimistisch. Der promovierte Philosoph Habeck erzählte von Camus Sysiphos, der den Ball bergauf rollt, immer und immer wieder, alternativlos und trotzdem glücklich. Hatte nicht Roma in unserem letzten Vortrag zu „Töchter erklären Müttern die Welt“, davon berichtet?! – Das war das eine wichtige Statements, das andere bezog sich auf das Team – wie im Handball, wo gerade um die WM gespielt wird – in dem auf keinen verzichtet werden kann und keiner verzichten darf. Schönes Bild, Spielverderber können wir nicht gebrauchen, wenn es um die großen Probleme unserer Zeit geht.

Neujahrsempfang Klönschnack

Sigmar Gabriel hatte die Zuhörer fest im Griff und beeindruckte durch sein rhetorisches Wechselspiel von Humor und tiefer Ernsthaftigkeit angesichts der weltpolitischen Lage: Trump, China, Brexit … Man solle es hanseatisch halten, wenn das Fass überläuft, nichts mehr geht: Zwei Stunden an den Hafen, auf den Poller setzen, Schiffe gucken, Schnauze halten! Wenn der US Präsident auf Twitter austickt …Poller setzen, Schiffe gucken, Schnauze halten. Wenn Erdogan brüllt, Orban bockt und Italien den Haushalt auf den Kopf stellt … Poller setzen, Schiffe gucken … – Gabriel hatte die Lacher auf seiner Seite und ein Motto, das ich für den Notfall bereit halten werde. Der Vollblut-Europäer konnte natürlich nicht abtreten, ohne uns Zuhörern noch einmal deutlich zu machen, dass es bewundernswert nur einer (!) Generation bedurfte, um aus Feinden, Partner und Freunde werden zu lassen. Das dürfen wir wirklich nicht vergessen!

Hamburger Hafen

Nun noch Geschwind die Frau in der Riege der Redner, die Messlatte der Rhetorik war hoch und bewusst stapelte sie tief, zerstückelte die große Aufgaben in appetitliche Häppchen, um sie verdauen zu können. Nicht sehr sexy und auch nicht so humorig, wie bei den Vorrednern, aber vielleicht bekommt sie so die meiste Bälle in das Tor, um im Handball-Bild von Robert Habeck zu bleiben.

Neujahrsempfang Kölnschnack

Bei der Tombola ging ich leer aus, die Reise mit der neuen Hanseatic gewann jemand anderes, genauso die zwei Nächte im Severin’s in Keitum. Nicht schlimm, es gibt ja Alternativen. Schnell in die Schmuddelwetter Stiefeletten, mit dem Shuttle zum Bahnhof, mit der S-Bahn durch die Elbvororte, mit dem Bus bis nach Harvestehude und dann mit meinem vor der MILCHSTRASSE 11 geparkten Fahrrad ein Stück um die Alster nach Hause, um meinem Mann noch bis Mitternacht ein Ohr abzuquatschen über das Erlebte.

Und was packen wir heute aus dem Online-Shop-Clearance in den Blog? Ich finde es sollte der Arabeske Mantel sein, der solch einen Abend farblich und stylisch bereichert hätte. Es gibt noch einen in Größe M, statt € 898,00 jetzt für Euch € 400,00 zzgl. € 10,00 Versand.

Shop Clearance

 

2 Kommentare

  1. Annegret Kramp-KarTenbauer – eine weitere Möglichkeit des Scheiterns an diesem Namen, der mit Tyszkiewicz mithalten kann.
    Bis ich dich kennenlernte dachte ich, mein Name sei schwierig….

  2. Liebe Tuki, als nächstes wirst Du meine Lektorin. Natürlich habe ich den Namen Kramp-Karrenbauer richtig geschrieben, aber der unwissende Schreibkorrektur hat daraus Kramp-Kartenbauer gemacht. Sorry. Ist verbessert.

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